Ein Website-Relaunch kann die Sichtbarkeit Ihres Unternehmens verbessern. Er kann aber auch dafür sorgen, dass bisher erfolgreiche Seiten plötzlich kaum noch gefunden werden. Entscheidend ist, welche Inhalte erhalten bleiben, wie sich Seitenadressen verändern und ob der Übergang technisch vorbereitet wird. Bestehende Rankings lassen sich nicht garantieren – vermeidbare Verluste lassen sich jedoch gezielt reduzieren.
Vor dem ersten Entwurf: Was funktioniert bereits?
Bei der Planung einer neuen Website stehen häufig die Schwächen des bisherigen Auftritts im Mittelpunkt: Die Gestaltung wirkt überholt, Inhalte sind unübersichtlich oder die Pflege ist umständlich. Trotzdem kann diese Website einzelne Seiten besitzen, die regelmäßig passende Interessenten erreichen.
Deshalb lohnt sich vor der Neugestaltung ein Blick in die Google Search Console. Sie zeigt unter anderem, bei welchen Suchanfragen Seiten erscheinen und welche davon Klicks erhalten. Dabei sollten konkrete Leistungs- und Produktseiten ebenso betrachtet werden wie die Startseite. Die benötigten Auswertungen lassen sich nach Seiten, Suchanfragen und Zeiträumen aufschlüsseln. [Google erläutert die Möglichkeiten im Leistungsbericht.](https://support.google.com/webmasters/answer/7576553?hl=de)
Für die Projektplanung entsteht daraus eine wichtige Unterscheidung: Welche Inhalte sind tatsächlich verzichtbar – und welche wirken lediglich gestalterisch veraltet?
Weniger Seiten sind nicht automatisch die bessere Struktur
Eine übersichtliche Website muss nicht aus möglichst wenigen Seiten bestehen. Unterschiedliche Angebote können eigene Erklärungen brauchen. Google empfiehlt eine nachvollziehbare Organisation der Website sowie hilfreiche Inhalte und aussagekräftige interne Verlinkungen. [Diese Grundlagen beschreibt der SEO-Startleitfaden.](https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/seo-starter-guide?hl=de)
Ein Beispiel: Ein Fertigungsunternehmen besitzt eine ausführliche Seite über die Bearbeitung großer Bauteile. Sie nennt mögliche Abmessungen, Materialien und typische Einsatzbereiche. Beim Relaunch wandern sämtliche Fertigungsleistungen auf eine einzige Übersichtsseite. Für die Großteilbearbeitung bleiben dort zwei Sätze.
Die neue Übersicht mag aufgeräumter aussehen. Ein Interessent mit einer konkreten technischen Anforderung findet allerdings weniger Antworten als zuvor. Die eigentliche Aufgabe wäre deshalb, einen verständlichen Überblick zu schaffen und die fachliche Vertiefung weiterhin zugänglich zu halten.
Vor dem Kürzen sollte feststehen, welche Frage ein Inhalt beantwortet und an welcher Stelle diese Antwort künftig zu finden ist.
Neue Gestaltung braucht nicht zwingend neue URLs
Ein neues Design oder ein anderes Redaktionssystem erfordert nicht automatisch neue Seitenadressen. Bewährte URLs können häufig erhalten bleiben. Ändern sie sich, braucht jede wichtige bisherige Adresse eine nachvollziehbare Zuordnung.
Für dauerhaft verschobene Seiten werden permanente Weiterleitungen eingerichtet, beispielsweise mit dem Statuscode 301. Eine bisherige Leistungsseite sollte dabei auf die fachlich passende neue Seite führen. Alle alten Adressen pauschal zur Startseite umzuleiten, ist keine saubere Lösung.
Google empfiehlt, Weiterleitungen möglichst lange bestehen zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr. Sie sind damit Teil des laufenden Betriebs und keine Übergangslösung nur für die ersten Tage. [Die Einzelheiten stehen in Googles Dokumentation zur Websitemigration.](https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/site-move-with-url-changes?hl=de)
Eine erreichbare Website ist noch nicht automatisch auffindbar
Während der Entwicklung wird eine neue Website häufig bewusst von der Indexierung ausgeschlossen. Eine entsprechende Einstellung kann nach dem Start versehentlich aktiv bleiben.
Besonders relevant ist die Anweisung „noindex“. Sie signalisiert Suchmaschinen, dass eine Seite nicht in den Suchergebnissen erscheinen soll. Damit Google diese Anweisung erkennen kann, muss die Seite allerdings abrufbar sein; eine Sperre in der robots.txt erfüllt nicht dieselbe Aufgabe. [Google erklärt diesen Unterschied in der Dokumentation zu „noindex“.](https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/block-indexing?hl=de)
Zur Veröffentlichung gehört deshalb eine technische Abnahme. Neben der Freigabe für Suchmaschinen sollten auch wichtige Seitenadressen, Weiterleitungen, interne Links und Kontaktfunktionen geprüft werden. Die Frage lautet nicht nur: „Sieht die neue Website richtig aus?“, sondern ebenso: „Können Besucher und Suchmaschinen sie wie vorgesehen nutzen?“
Nach dem Start beginnt die Erfolgskontrolle
Bei größeren Änderungen können Suchpositionen vorübergehend schwanken, während Google die neue Struktur verarbeitet. Das ist weder automatisch ein Fehler noch eine Erklärung für jeden Rückgang. [Auch darauf weist Google bei Websiteverschiebungen hin.](https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/site-move-with-url-changes?hl=de)
Für die Auswertung sollten dieselben wichtigen Seiten und Suchanfragen betrachtet werden wie vor dem Relaunch. Ein einzelner Tageswert reicht dafür kaum aus. Saisonale Nachfrage und unterschiedliche Vergleichszeiträume können das Bild zusätzlich beeinflussen.
Ebenso wichtig ist die geschäftliche Perspektive: Erhalten Sie passende Anfragen? Finden Interessenten schneller die benötigten Informationen? Funktioniert die Kontaktaufnahme zuverlässig? Suchklicks und tatsächliche Anfragen beantworten unterschiedliche Fragen und sollten gemeinsam beurteilt werden.
Ein Relaunch sollte auf dem bisherigen Wert aufbauen
Eine neue Website darf mutig gestaltet sein und vieles besser machen. Dafür muss klar sein, was der bestehende Auftritt bereits leistet. Wer Inhalte, Gestaltung und Technik gemeinsam plant, kann Bewährtes erhalten und gezielt weiterentwickeln.
Bei Mücke Mediendesign betrachten wir einen Relaunch deshalb als zusammenhängendes Projekt: vom verständlichen Aufbau über die Gestaltung bis zur technischen Umsetzung und weiteren Betreuung.
[Sie planen einen Relaunch? Hier erfahren Sie mehr über Web & Digital.]